Studienfahrt nach London - Oktober 2012
Die Londonfahrt des 12. Jahrgangs fand vom 13. bis zum 19.Oktober statt. Gemeinsam sind die Tut-Gruppen von Herrn Harms und Herrn Belgardt mit Frau Brammer nach London gefahren. Dort wohnten wir im Lord's Hotel in Notting Hill.
Mit dem Schlimmsten haben wir eigentlich unsere Fahrt begonnen - wir sind am Samstagmorgen um fünf Uhr los gefahren. Nachdem jedoch alle nach und nach während der Fahrt aufgewacht waren, wurde es immer besser. Lustig unterhielt man sich und gegen 18.00 erreichten wir dann die Fähre von Calais nach Dover. Auf der Überfahrt bekamen wir auch die beste Entschädigung des Tages - ein wunderbarer Sonnenuntergang über den Kreidefelsen und ein schöner Ausblick vom Oberdeck der Fähre.
Gegen 21.00 kamen wir in Notting Hill an. Dabei hat unser Busfahrer Charlie aber auch eine Meisterleistung vollbracht, den langen Bus, ziemlich locker und doch sicher durch die engen Gassen von London manövriert. Als wir unsere Zimmer verteilt und bezogen hatten, ging es gleich los und gemeinsam erkundeten wir die nähere Umgebung, wobei sich das Finden der richtigen Undergroundstation als nicht ganz so einfach herausstellte. Ein Großteil beendete anschließend den Tag mit einer ordentlichen Portion Fish'n'Chips oder einer Fried Sausage, um sich gleich an die lokale Kultur zu gewöhnen.
Am Sonntag haben wir die günstige Verkehrslage ausgenutzt - es war für Londons Verhältnisse, wie wir am Montag feststellen konnten, verdammt leer - und machten eine Stadtrundfahrt, wobei wir neben London Bridge und Tower Bridge auch Westminster, den Victoria's Market, den Buckingham Palace und vieles mehr zu sehen bekamen. Schade war eigentlich nur, dass wir eine deutsche Reiseleiterin hatten, was für eine Oberstufe nicht unbedingt nötig gewesen wäre.
Nachdem sich alle gestärkt hatten, ging es über die Millenium Bridge zur Tate Modern. Wir hatten besonders viel Glück, da gerade an diesem Sonntag ein künstlerischer Flash Mob in der Haupthalle stattfand, an dem auch gleich einige von uns teilnahmen.
Den Nachmittag hatten wir alle zur freien Verfügung und so nutzten manche die Chance das Gleis 9¾ im King's Cross zu suchen. Andere gingen in die Parks oder fuhren noch einmal nach Westminster.
Am Montag ging es auch wieder früh los und gemeinsam fuhren wir alle zum Camden Market. Der Camden Market ist die ultimative Ansammlung von Trödel-, Antik-, Souvenir-, Chinaprodukt-, und sonstigen Händler. Man muss sich wirklich anstrengen, um etwas zu entdecken, dass es dort nicht gibt. Überall lehnen sich Bäcker und Köche über die Theke und möchten einen kosten lassen, in der Hoffnung man würde bei ihnen essen. Manche kauften sich neue Handyhüllen, andere Feuerzeuge und Gürtelschnallen und wieder andere lustige T-Shirts oder Pullis in blau mit dem Konterfei von Krümelmonster darauf. Frau Brammer suchte für Herrn Belgardt eine hübsche Pelzmütze aus, während er für sie einige Paare hübscher Ohrringe fand. Nachdem alle in den alten Ställen und Hallen von Camden Market ausreichend eingekauft hatten, ging es zum gemeinsamen Mittagessen. Die Lehrer hatten am Vorabend ein indisches Restaurant ausgesucht und dort wollten wir alle gemeinsam Mittagessen. Während einige hier indisches Essen für sich entdeckten, mussten andere wiederum feststellen, dass es auch Gerichte gab, die weitaus schärfer als scharfer Senf sind.
Nach diesem schönen gemeinsamen Mittagessen war wieder Zeit für freie Unternehmungen. Einige gingen auf der Oxford Street einkaufen, andere besuchten das berühmte Kaufhaus Harrods und staunten über Fernseher für 20.000 Pfund, maßgeschneiderte Anzüge und das Kaufhaus selbst, das gerade im „James Bond - Skyfall"-Fieber war. Manche von uns kauften sich einen von den berühmten Cupcakes und wir gingen weiter zum Covent Garden. Dort wurden die kleinen Muffins bei Kaffee und warmen Getränken genüsslich verspeist. Glück hatten wir auch, weil gerade an diesem Abend einige Musiker rund um Covent Garden Market sehr schöne Stücke spielten, weshalb manche sogar noch länger blieben.
Am Dienstag ging es nach Oxford, wo wir in zwei Gruppen mit zwei Studenten eine Stadtführung machten. Dabei machten die beiden mit ihrem trockenen Humor, ihrer sehr freundlichen Art und ihrem Aussehen ungeheuren Eindruck auf den weiblichen Teil unserer Gruppe. Nachdem wir einiges über die Geschichte von Oxford gelernt hatten, über die einzelnen Colleges belehrt worden waren und auch von einigen eher außergewöhnlichen Rituale erfahren hatten - alle paar Jahre suchen Professoren bei einer feucht-fröhlichen Veranstaltung eine vor einigen hundert Jahren gestorbene Katze - hatten wir noch jede Menge Freizeit. Die verbrachten wir hauptsächlich in den Geschäften und Restaurants von Oxford. Die Ergebnisse dieses Shoppingausflugs können in Form von Pullis noch heute ab und zu bewundert werden.
Am Nachmittag brachte uns Charlie wieder nach London. Nach einer kurzen Pause konnten wir den Abend in kleinen Gruppen verbringen und auf Empfehlung von Herrn Belgardt gingen wir zum Piccadilly Circus, an dem abends tatsächliche eine Menge los ist. Von dort aus erkundeten wir das nächtliche London, scheinbar auch eine Stadt, die niemals schläft.
Am Mittwochmorgen hatte die Tut Gruppe Belgardt wieder freie Zeit. Manche fuhren zum Shoppen zur Oxford Street, andere schlossen sich der Tut Gruppe Harms an und gingen mit ins Museum für Technik und Naturkunde. (Man muss wirklich anmerken, dass die Ausstellung dort umwerfend ist. Neben originalen Dampfmaschinen, die teils sogar noch laufen, und einer großen Ausstellung von Automobilen, kann auch eine Art Flugzeughangar auf dem Dach besucht werden, in dem Flugzeuge aller Epochen stehen.) Mittags traf sich der Tut Belgardt am Globe Theater. Dort machten wir in dem Originalnachbau des Theaters aus Shakespeares Zeit eine Führung mit einer sehr netten und lustigen älteren Lady, die all unsere Befürchtungen für mehrere Stunden sehr trockenen Shakespeare anhören zu müssen, zerstreute. Anschließend war bis zum Abend freie Zeit, die manche nutzten um noch einmal über die Tower Bridge zu gehen, die von dort nicht all zu weit entfernt war.
Abends trafen wir uns zu einem „Jack the Ripper"-Walk. Im nächtlichen London besuchten wir in oft sehr gruseliger Atmosphäre - die unser Tourguide geschickt auszunutzen wusste - die Plätze, an denen man die Leichen von Jack the Ripper gefunden hatte.
Nach dieser Tour ging es dann wieder zurück ins Hotel und wir machten uns noch einen schönen Abend.
Am nächsten Morgen hatten wir ein letztes Mal die Möglichkeit selbst London zu erkunden und uns mit Verpflegung für die Rückfahrt einzudecken. Einige gingen nach Notting Hill in die Portobello Road und suchten und fanden das Buchgeschäft und die blaue Tür, aus dem gleichnamigen Film. Am frühen Nachmittag kam dann auch schon Charlie mit unserem Bus und es ging wieder zurück nach Hause. Nach einer anfänglich recht geselligen Atmosphäre im Bus wurde es zunehmend ruhiger und wir fuhren durch die Nacht wieder über den Kanal und kamen schließlich früh morgens am Freitag in Gehrden an - etwas übernächtigt, aber dennoch glücklich.
Schon vor Ort und gerade im Nachhinein war die Londonfahrt eine wunderbare Studienfahrt. Auch wenn das Hotel vielleicht nicht einmal an manch eine deutsche Jugendherberge reichte und manch einer im Bad nicht stehen konnte, auch wenn die lange Busfahrt nicht jedem gefallen hat: Es hat sich unglaublich gelohnt.
Gemeinsam London zu erkunden, Abende in dieser niemals schlafenden Stadt zu verbringen, bei Sonnenschein durch die Parks zu gehen, überwältigt im Kaufhaus Harrods zu staunen, auf dem Camden Market die hintersten Nischen und die besten Angebote zu finden, Underground zu fahren oder vorne im Oberdeck eines London Busses, all das macht diese Fahrt zu einem besonderen Erlebnis. Und was alle immer wieder hervorheben, ist die viele Freizeit, die wir auch gerade vor Ort hatten, wenn wir gemeinsam irgendwo hingefahren sind, die es uns möglich gemacht hat, London von so vielen Seiten und so unterschiedlich zu entdecken.
Daher kann man den nächsten Jahrgängen nur empfehlen auch nach London auf Studienfahrt zu reisen.
Liebe Frau Brammer, lieber Herr Harms, lieber Herr Belgardt!
Vielen Dank, dass Sie mit uns diese Fahrt gemacht haben. Es war wunderbar.











